Berg Gjallar
Roya-Frostlande

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An diesem Tag betrat das Expeditionsteam der Pioneer Association zum ersten Mal das gefrorene Land und nahm ersten Kontakt mit den Roya auf, die den Exoschwarm über das Eis führten und zurück zum Exoschreiter brachten.
Die Forscher beobachteten die Roya, wie sie Hirten gleich den Exoschwarm lenkten – ihre Gesichter leuchteten vor Begeisterung. In ihren Augen war Lahai-Roi dazu bestimmt, eine der größten Entdeckungen der Neuzeit zu werden. Die Roya, seit Generationen von der Außenwelt abgeschnitten, betrachteten die seltsam gekleideten Besucher mit ebenso großer Neugier und wurden sich der Existenz einer Welt jenseits von Lahai-Roi bewusst.
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Während der Rückreise begann die Expeditionsleiterin sofort mit der Ausarbeitung eines Berichts über Lahai-Roi, in dem jede Zeile vor Begeisterung und Staunen nur so sprühte. Sie war überzeugt, dass sie an der Schwelle zu einem historischen Ereignis stand und bald als legendäre Entdeckerin in die Geschichte eingehen würde.
„In den fernen Polarregionen liegt eine seltsame Zivilisation, isoliert von der Welt. Es handelt sich um ein uraltes Volk, das unter der Polkappe in einem riesigen, verborgenen Reich lebt. Ihre Kleidung hat keinerlei Ähnlichkeit mit der der modernen Gesellschaft ... Sie betreiben Viehzucht, aber ihre Herden bestehen nicht aus Fleisch und Blut. Stattdessen hüten sie mechanische Rinder und Schafe und sogar kolossale, elefantenähnliche Maschinen ...“
Doch als dieser Bericht das Hauptquartier der Pioneer Association erreichte, nahm das Geschehen eine unerwartete Wendung. Es gab keine öffentliche Bekanntmachung, kein Fest der Entdeckung. Stattdessen wurde das Team bei seiner Ankunft unter strenge Aufsicht gestellt.
Die Führungsspitze der Association befürchtete, eine derart „sensationelle Enthüllung“ könnte unvorhersehbare Unruhen auslösen.
Letztendlich wurden alle Informationen über Lahai-Roi unter Verschluss gehalten. Die Expedition und alles, was sie ans Licht gebracht hatte, wurde behandelt, als hätte sie nie stattgefunden.
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Doch schon bald wurde klar, dass Entdeckungen von solcher Tragweite nicht lange geheim gehalten werden konnten.
Einigen Organisationen gelang es, die Informationsblockade zu durchbrechen und durch interne Quellen an Informationen zu gelangen. Sie begannen, heimlich eigene Erkundungsteams nach Lahai-Roi zu entsenden – in der Hoffnung, sich den Ruhm der Entdeckung dieses sogenannten „neuen Landes“ vor allen anderen zu sichern. Manche, die vorgaben, die „zivilisierte Welt“ zu vertreten, betrachteten die Roya als rückständig und hatten nie die Absicht, sie nach den Maßstäben zu behandeln, die sie selbst propagierten. Sie boten den Roya Waren an, die außerhalb längst alltäglich oder sogar veraltet waren, und versuchten, sich durch billige Zugeständnisse Vertrauen und Dankbarkeit zu erkaufen.
Die meisten Roya aber blieben unbeirrbar. Sie verschwiegen bewusst entscheidende Informationen über den Exoschreiter und spielten, wenn nötig, die Rolle eines „primitiven Stammes“, während sie stillschweigend die wahren Absichten der verschiedenen beteiligten Fraktionen erkundeten.
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Auf dem internationalen Gipfel, der zur Planung des Polar-Kollektivs einberufen wurde, erschütterte das Auftreten eines Solmant die weltweite Wahrnehmung der Roya grundlegend (Anmerkung der Redaktion: Ein ausführlicher Bericht hierzu findet sich im Vorwort I der Royanischen Formeln-Transkripte).
Am Ende gelang es den Roya nicht nur, sich selbst zu schützen, sondern auch der Außenwelt klarzumachen, dass jede Erkundung von Lahai-Roi oder Forschung am Exoschreiter und Exoschwarm ohne ihre Mitwirkung unmöglich ist.
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